Samstag, 6. Juli 2013

Deutsche Post übermittelt Adressdaten an USA

Der US-Geheimdienst hat nicht nur umfangreiche Online-Daten von Privatpersonen gehackt und gespeichert. Wie sich inzwischen herausgestellt hat, wurden auch ganz gezielt mehrere EU-Einrichtungen ausspioniert. Nachdem das Spionage-Verhalten der Regierungen genauer unter die Lupe genommen wird, gelangen immer mehr unverständliche und vor allem rechtswidrige Maßnahmen an die Öffentlichkeit. Inzwischen wurde bekannt, dass nicht nur online spioniert wird. So fotografiert die Deutsche Post alle Briefadressen ab - zu internen Zwecken, für einen korrekten Briefversand - wie ein Sprecher des Konzerns in einem Interview versicherte. 

So weit, so gut. Allerdings werden die so gespeicherten Daten auch den Sicherheitsbehörden übermittelt. "Im Rahmen längerfristig angelegter Pilotprojekte" sendet die Deutsche Post alle fotografierten Adressdaten von Unternehmenskunden in die USA - zur Erleichterung der Zollabfertigung. 

Das mag ja der Grund für die Deutsche Post sein, allerdings ist nach all den bisher bekannt gewordenen internationalen Rechtsverstößen der USA unwahrscheinlich, dass die Daten auch ausschließlich für die Zollabfertigung genutzt werden. Wenn die USA derart das Recht anderer Staaten mit Füßen tritt, wird es Zeit, alle diesbezüglichen Interaktionen schnellstens zu unterbinden.

Montag, 1. Juli 2013

Zahl jugendlicher Raucher sinkt

Aus einer jetzt in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" veröffentlichten Studie, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, geht hervor, dass der Anteil jugendlicher Raucher stark zurückgegangen ist. Zwischen 2001 und 2012 sank die Zahl der minderjährigen Raucher (Zwölf- bis 17-Jährige), von 27,5 auf 12 Prozent. Fast 72 Prozent der befragten Jugendlichen gaben darüber hinaus an, überhaupt noch nie geraucht zu haben. 

Auch das durchschnittliche Einstiegsalter von Rauchern stieg in diesem Zeitraum, von ehemals 13,6 Jahren, auf 14,4 Jahren. Nichtraucher sind damit "über die letzten Jahre zu einer gesellschaftlichen Norm geworden", freut sich die Direktorin der "Neuen Osnabrücker Zeitung", Elisabeth Pott. Das positive Ergebnis sieht sie als Folge der Aufklärung in den vergangenen Jahren an. Deren gute Wirkung sollte dazu animieren, weitere Tabakprävention zu betreiben, so die Direktorin.

Samstag, 29. Juni 2013

Bildungschancen weiter schlecht

Die Bildungschancen für Kinder aus Arbeiterfamilien haben sich in den vergangenen Jahren kaum verbessert. Das ergab eine Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung. Demnach sind die Chancen für ein Studium und eine später besser gezahlte Arbeit, für ein Kind umso höher, je besser seine Eltern sozial gestellt sind. Zwar wird das Problem seit mehreren Jahren regelmäßig von Politikern aller Parteien 

thematisiert, geändert hat sich jedoch bisher nicht viel. "Insgesamt geht es mit der Chancengerechtigkeit eher im Schneckentempo voran", erklärt der Vorstand der Bertelsmann-Stiftung, Jörg Dräger, bei der Veröffentlichung der Untersuchungsergebnisse. Die Unterschiede sind schon im Kindesalter sichtbar. So ist beispielsweise keine Verbesserung der Lesekompetenz erkennbar - hierbei liegen Kinder von sozial schlechter gestellten Eltern, im Durchschnitt ein Jahr zurück. Auch den Wechsel in eine höhere Schulart schaffen diese Kinder seltener. Lediglich bei der Gesamtzahl der Schulabbrecher konnten einige Erfolge erzielt werden. 

Deren Anteil verringerte sich um mehr als 10 Prozent, von 6,9 auf 6,2 Prozent. Nicht zufriedenstellend ist dagegen die Geschwindigkeit des geplanten Ausbaus von Ganztagsschulen. Der Anteil von Schülern, die eine Ganztagsschule besuchen können, stieg in den letzten drei Jahren nur von 26,9 auf 28,1, also um 1,2 Prozent. "Dabei bietet gerade die gebundene Ganztagsschule gute Möglichkeiten, den Einfluss der sozialen Herkunft zu verringern", mahnt Dräger.

Sonntag, 23. Juni 2013

Höheres Bevölkerungswachstum als erwartet

Während die Zahl der Deutschen geringer ist als erwartet, wächst die gesamte Weltbevölkerung schneller, als ursprünglich prognostiziert. Anhand der letzten Zählungen prognostizieren die Vereinten Nationen, dass die Weltbevölkerung von aktuell knapp 7,2 Milliarden Menschen, innerhalb der nächsten 37 Jahre, auf 9,6

Millionen Menschen wachsen wird. Damit erhöhte sich die erst 2011 prognostizierte Zahl um 250 Millionen. Wie die "Stiftung Weltbevölkerung" erklärte, liegt die Differenz an der weniger gesunkenen Fruchtbarkeitsrate. Entwickelt sich die Weltbevölkerung erwartungsgemäß, wird es 2100 bereits fast 11 Milliarden Menschen geben. Allerdings konzentriert sich das Wachstum auf die Entwicklungs- und Schwellenländer. 

So soll sich allein in Afrika die Zahl der Menschen in dieser Zeit vervierfachen, von heute 1,1 auf 4,2 Milliarden. Für Europa rechnet die Stiftung auch weiterhin mit einem Rückgang des Wachstums. Die Ursache des überproportional starken Bevölkerungswachstums der ärmeren Länder sehen die Experten im fehlenden Zugang zu Verhütungsmitteln und Aufklärung.

Mittwoch, 12. Juni 2013

Volkszählung - Weniger Deutsche als gedacht

Das die Zahl der Kinder in Deutschland rückläufig ist, ist bekannt. Wie bei der ersten Volkszählung nach über 20 Jahren festgestellt wurde, ist die Zahl der Einwohner ist noch geringer, als bisher angenommen. 80,2 Millionen Deutsche, 1,5 Millionen weniger, als bisher angenommen, ergab die Volkszählung. Die größten Differenzen zwischen geschätzter und tatsächlicher Einwohnerzahl gab es, nach Angaben des Statistischen Bundesamtes, 

in Berlin, Hamburg, Sachsen und Baden-Württemberg. Vor allem in Städten mit vielen Studenten oder Migranten waren die Zahlen zu hoch angesetzt. Das liegt daran, dass viele von ihnen sich bei ihrer Abreise nicht abmelden. Dadurch müssen viele Subventionen und Zuschüsse neu berechnet und ein kommunaler Finanzausgleich organisiert werden. 

"Für Städte mit Einwohnerverlusten kann es schmerzhaft sein, wenn sich dadurch in Zukunft Zuweisungen verringern", erklärte Stephan Articus, der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages. Auch im Bereich Immobilien gab es Überraschungen. Der Wohnungsbestand ist derzeit mit 41,3 Millionen Wohnungen um 500.000 größer, als bisher geglaubt wurde.

Montag, 3. Juni 2013

Familien rückläufig

Nur noch neunundvierzig Prozent aller Deutschen leben in traditionellen Familien. Vor kaum 15 Jahren lag der Anteil noch bei 57 Prozent. Das ergab die Auswirkung des Mikrozensus durch das Statistische Bundesamt Wiesbaden. Die meisten Familien leben mit 53 Prozent noch in Baden-Württemberg und Bayern. Am geringsten ist der Anteil in Bremen und Sachsen mit 41 und Berlin mit nur 40 Prozent. Als Familien gelten alle Lebensgemeinschaften, oder Alleinerziehende, die in einem Haushalt mit Kindern zusammen wohnen.

Donnerstag, 23. Mai 2013

Mitarbeiterbespitzelung bei Penny

Nach Lidl muss sich jetzt auch der Discounter Penny für eine ungesetzliche Überwachung seiner Mitarbeiter verantworten. Wie bekannt wurde, hatte eine Mitarbeiterin mehrere verdeckte Überwachungen von Angestellten veranlasst. Ein Sprecher des Discounters bestritt, dass es sich dabei um eine Deutschlandweit stattfindende Firmenpolitik handelt. Statt dessen soll es sich bei den bekannt gewordenen Vorfällen um einen Einzelfall handeln, der nicht durch die Geschäftsleitung legitimiert war. Allerdings ist Penny eine Tochterfirma von Rewe und auch aus Rewe-Filialen sind solche rechtswidrigen Überwachungsaktionen nachgewiesen worden. Der Rewe-Konzern ist nicht der einzige, der seine Mitarbeiter bespitzelt. 2008 war Lidl aus dem selben Grund in die Kritik geraten und mittlerweile sind solche Fälle auch von der Deutschen Bahn und der Telekom bekannt.

Samstag, 4. Mai 2013

Mars-One Flug ohne Wiederkehr

Eine ungewöhnliche Reality-TV-Show wirbt jetzt für Kandidaten. Diese sollen nicht einfach nur ein paar Stunden im Fernsehen auftreten, sondern sich dazu bereit erklären, auf Nimmerwiedersehen zum Mars zu fliegen. "Mars One" heißt die Firma, des Show-Erfinders Bas Landsdorp, der plant, schon in zehn Jahren die ersten vier Bewerber auf dem Mars auszusetzen. Die Probanden sollen dort eine erste menschliche Kolonie aufbauen. 

Wer sich dafür bewerben möchte, muss volljährig und gesund sein, sowie über ausgeprägte soziale Kompetenzen verfügen; schließlich muss er oder sie es auf unbestimmte Zeit auf einem trockenen, -55° Celsius kalten, unbewohnten Planeten aushalten und das unter Umständen für den Rest seines/ihres Lebens. Denn, die Teilnehmer bekommen nur eine Ticket für die "Hinfahrt", Pläne sie irgendwann wieder zurück auf die Erde zu holen, gibt es nicht. Zum Glück für unüberlegte Spontanentscheider, stecken diese Pläne allerdings noch in den Kinderschuhen.

Sonntag, 21. April 2013

Heimarbeit allmählich Normalität

Immer mehr Berufstätige arbeiten zeitweise auch von zu Hause aus. Fast ein Drittel von ihnen machen mindestens einmal wöchentlich Heimarbeit. Dies ergab eine repräsentative Umfrage der Bitkom. Auch von unterwegs aus wird immer öfter gearbeitet. 55 Prozent aller Beschäftigen erledigen auf elektronischem Weg auch während der Fahrt im Auto, oder in der Bar, 

aber auch von Cafe's oder einem Restaurant aus, verschiedene Bürotätigkeiten. Rund 50 Prozent der Befragten gaben an, dass sie dies als Vorteil empfinden, da sich so beispielsweise Arbeit und Familie besser miteinander vereinbaren ließen. Andererseits denken ähnlich viele Teilnehmer der Umfrage, dass Heimarbeit eher in die Isolation führe und sich dadurch Beruf und Freizeit zu stark vermischten, als dass die Freizeit noch wirkliche Erholung von der Arbeit bieten könnte. Gerade die immer mehr geforderte ständige Erreichbarkeit verhindert, dass Arbeitnehmer nach Feierabend richtig abschalten können. 

Drei Viertel aller Beschäftigten müssen aktuell temporär, 30 Prozent sogar ständig für "Notfälle" erreichbar sein. Problematisch ist auch, dass diese Extraarbeit und deren Bezahlung nur selten klar geregelt ist. Lediglich in sechs Prozent der untersuchten Betriebe gab es dafür klare vertragliche Regelungen. Dies ist, so warnen Gesundheitsexperten, einer der Gründe für die wachsende Zahl an Burnout und anderen stressbedingten Erkrankungen.