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Mittwoch, 13. März 2013

Immer mehr Aufstocker für Arbeitslosengeld

Immer mehr Arbeitslose sind seit dem ersten Tag ohne Arbeit auf Hartz IV angewiesen, da sie in ihrem Job zu wenig verdient haben, so das der ihnen zustehende Prozentsatz an Arbeitslosengeld niedriger wäre, als die Mindestabsicherung über Hartz IV. Nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit mussten 2012 in Deutschland 83.118 Arbeitslose zusätzlich Hartz IV beantragen. Das betrifft also inzwischen bereits 10 Prozent aller Hartz IV-Empfänger. Im Vorjahreszeitraum waren es erst 73.178 Arbeitslose, die ihr Arbeitslosengeld aufstocken mussten. Das ist eine direkte Folge der Niedriglöhne, die noch immer nicht durch Mindestlöhne stabilisiert werden konnten. Das perverse an der Situation ist, dass gerade die Bundesagentur für Arbeit massiv versucht, Hartz IV-Emfänger an Zeitarbeitsfirmen zu vermitteln, die von vornherein so wenig Lohn bezahlen, dass die meisten Zeitarbeiter schon trotz Arbeit, auf ergänzende Hartz IV-Leistungen angewiesen sind, um überleben zu können.

Freitag, 24. August 2012

Deutsche überdurchschnittlich Zufrieden mit ihrer Arbeit

Wie das Statistische Bundesamt Wiesbaden ermittelte, sind die Arbeitnehmer in Deutschland zufrieden mit ihrer Arbeit. Die Zufriedenheit liegt hier wesentlich höher, als im europaweiten Durchschnitt. Und das, obwohl die durchschnittliche Arbeitszeit der Deutschen mit 35 Stunden nur aufgrund der vielen Teilzeitarbeitsplätze unter dem EU-Schnitt

(37,4 Stunden) liegt. Genauere Nachfragen ergaben, dass es vor allem die Arbeitsplatzbedingungen sind, die für eine höhere Zufriedenheit in Deutschland sorgen. So sind fast 90 Prozent aller befragten Beschäftigten hier mit den Arbeitsplatzbedingungen zufrieden. Im EU-Durchschnitt liegt die Zufriedenheit der Bedingungen nur bei 81 Prozent und ist rückläufig.

Allerdings verschlechtern sich diese Umstände in Deutschland gerade dramatisch. So stieg die Zahl der Nachts arbeitenden Mitarbeiter seit 1992 von 6,8 auf 9,6 Prozent. Auch verlieren immer mehr Arbeitnehmer die Sicherheit, die ein Arbeitsplatz bisher darstellte, da häufiger auch ältere und erfahrene Mitarbeiter aus Gründen der Gewinnmaximierung entlassen werden.

Zudem haben inzwischen neun Prozent aller Arbeitnehmer nur einen befristeten Arbeitsvertrag. Am schwersten wiegt jedoch die steigende Zahl an Kurzarbeit und Werkverträgen, durch die Arbeit an Zeitarbeitsfirmen vergeben werden, die ihrerseits zusätzlich an der Arbeitsleistung ihrer Angestellten verdienen.

Das spiegelt sich auch in der steigenden Zahl an Aufstockern wieder, die auf Sozialhilfe angewiesen sind, weil sie von dem geringen Lohn den sie erhalten nicht mehr leben können.

Freitag, 14. Oktober 2011

Kaum Schutz für Leiharbeiter

foto Rami Tarawneh
Die Gewerkschaften beklagen, dass die Behörden zu selten Kontrollen bei Zeitarbeitsfirmen durchführen. Die Zahl der Prüfer pro Leiharbeiter hat sich in den letzten Jahren halbiert. Die durchgeführten Kontrollen sind deshalb völlig unzureichend.

Das führt dazu, dass sich die Bedingungen unter denen Leiharbeiter arbeiten müssen, immer weiter verschlechtern. Durch das seit Frühjahr dieses Jahres geltende neue Gesetz soll eigentlich verhindert werden, dass Firmen Leiharbeiter anstelle von Festangestellten beschäftigen.

Ohne ausreichend Kontrolle ist es allerdings nicht möglich, diesem Gesetz auch Geltung zu verschaffen. Immer häufiger werden deshalb Angestellte entlassen und unter schlechteren Bedingungen Zeitarbeiter für die selbe Tätigkeit eingestellt. Es gibt in Deutschland 18.000 Unternehmen, die eine Erlaubnis für die Vermittlung von Zeitarbeitern haben.

Auf inzwischen insgesamt eine Million Zeitarbeiter kommen rund 100 Planstellen für Kontrolleure. Ein Witz, der auf Kosten der Arbeiter geht. Dazu kommt, dass die Bundesagentur für Arbeit nur die Zeitarbeitsfirmen prüfen darf, nicht aber die Firmen, die Leiharbeiter einsetzen. Wie also soll die BA nachweisen können, dass diese Unternehmen reguläre Mitarbeiter entlassen, um sie durch Leiharbeiter zu ersetzen?